Maisverluste belasten Ölsaaten

Die Bohne bekam gestern mittelbar vom Mais eins über den Kopf gezogen! Das USDA veröffentlichte sehr bärische US-Maisproduktionszahlen. Der Maismarkt geriet augenblicklich ins Taumeln und fiel im Handelsverlauf das zulässige Limit von 25 cts/bu. Dann fror der Markt bei diesem Verlust fest. Eine Lawine von Verkaufsgesuchen fand keine Käufer mehr. Das hat nicht nur Weizen mit in die Tiefe gerissen, der aus eigenem Zahlenantrieb bei weitem keine derartige Bärigkeit besaß, sondern hat auch noch die Bohne belastet, die eigentlich bullische Zahlen vorweisen konnte. Aber die Streubombe Mais explodierte im Markt, und die Schrapnelle zerstoben in alle Richtungen, um überall fürchterliche Wunden zu reißen. Das Bullenblut floss in Strömen. Verletzte und abgerissene Gliedmaßen wohin man schaute. Bei der Bohne herrschte trotzdem noch das größte Maß an Vernunft, denn man konnte die Verluste mit 12 cts in erträglichen Grenzen halten.

Das Sojaöl hat offenbar Gefallen an seiner jüngsten Festigkeit gefunden, es konnte sich gestern trotz bärischer Angriffshiebe an die 30 cts/Ibs-Marke klammern. Die Palmölpreise sind weiterhin am Steigen und stützen den gesamten weltweiten Pflanzenölmarkt. Dem Schrot erging es nicht ganz so gut. Hier gab es wie bei der Bohne einen Verlust zu verdauen. Das bedeutet aber nicht, dass Schrot die Bodenbildungsambitionen abgebrochen hätte. Nach wie vor bestehen hier durchaus gute Chancen, dass sich der Markt halten kann.

Das USDA veranschlagte die us-amerikanische Bohnenproduktion mit 3,68 Mrd. bushels. Die Aussaatfläche wurde mit recht schmalen 76,7 mio acres beziffert, und der Durchschnittsertrag wurde bei 48,5 bu/acres veranschlagt. Der Markt hatte insgesamt mit höheren und damit bärischeren Zahlen gerechnet. Mit diesen Zahlen im Hintergrund hatte man den Maisverlusten wenigstens etwas entgegen zu setzen. In der Nachtbörse kann die Bohne fast alle Verluste wieder wettmachen.

Winnipeg: Canola war gestern ganz ansehnlich. Es klammerte sich an den 50-Tage-EMA.

Matif: Raps in Paris war schwächer, schlug auf dem 50-Tage-EMA auf und erholte sich wieder etwas. Das Schlimmste wurde damit klar verhindert. Die Rübölpreise waren etwas weicher. Das mag nicht gestützt haben, aber großartig belastet hat es auch nicht.

By |2019-08-13T13:31:16+02:00Dienstag, August 13, 2019|Alle Märkte, Allgemein, Ölsaaten|